- ein Ersatz für fehlende reale Kommunikation?
- eine Ergänzung/Erweiterung der realen Kommunikation?
- garkeine Kommunikation?
- meditativ?
Dezember 16, 2008 von gemeinsamleben
- ein Ersatz für fehlende reale Kommunikation?
- eine Ergänzung/Erweiterung der realen Kommunikation?
- garkeine Kommunikation?
- meditativ?
Für mich sind Blogs eine Ergänzung zur realen Kommunikation, aber wer würde schon zugeben, dass er einen Mangel an realer Kommunikation hat?
Sind Blogs meditativ? Sie können zum Insichgehen, zum Nachdenken anregen. Insgesamt sehe ich sie aber für den meditativen Menschen von ihrer Natur als nie versiegende Informationsquelle und Plaudertool als eher kontraproduktiv an.
Zugeben? Ich – vielleicht!
Wie ist das mit der Meditation? Geht es um den Selbstzweck, Mode, Unsicherheit oder das Ziel?
Mir passt sie gut in dem Kram und deswegen gefällt mir die wiki-Definition:
„Im älteren deutschen Sprachgebrauch bezeichnet „Meditation“ einfach ein Nachdenken über ein Thema oder die Resultate dieses Denkprozesses.“
Für mich stimmt auch die Nummer zwei, die Ergänzung zur Kommunikation, die man eh schon hat.
2 ist mir auch sympathisch, wobei ich heute, nachdem ich diese Frage schon lange stellen wollte, auch nichts mehr gegen 1 einzuwenden hätte. Was ist, ist.
Ich bin von mir persönlich ausgegangen mit der zwei.
Tatsächlich spricht man im Blog auch Dinge an, die man im Freundeskreis so noch nicht ausgesprochen hat, weil man sich mündlich eben anders ausdrückt als schriftlich.
Und ich kenne mindestens einen Fall, wo Blogs Ersatz/Ergänzung sind (berufsbedingt).
Bezogen auf manche Themen klar die 1.
Sonst jedoch 2 und 4.
Danke euch (`Merci` ins befreundete Nachbarland), ich streiche die Nr. 3 und manchmal kommt man nicht auf das einfachste. Es ist also keine „entweder“ „oder“ Beziehung, sondern alles drei steckt in blogs (und bestimmt noch mehr). Prima!
Beim schreiben empfinde ich blogs als sehr meditativ. Man überlegt sich „hm was schreibe ich jetzt, was passt hier rein, was interessiert die anderen, was schreibe ich lieber nicht?“, usw. und feilt ein Thema aus.
Wenn dann kommentiert wird, ist das schön und plötzlich werden die eigenen tiefen Gedanken zum Gegenstand von Kommunikation anderer.
Dieser Wechsel aus schreibender Besinnung und Herausgehen in eine gewisse „Metaebene“, empfinde ich als den größten Reiz am Bloggen. Es schützt auch vorm Einseitig schreiben und lässt die eigenen Denkweise stets neu beleben.
So in der Form kann das kein anderes Medium bieten, z.B. auch kein Buch, dass man ja nur für sich schreibt und dass erst sehr viel später rezensiert und besprochen wird.
Bloggen ist die perfekte Symbiose aus denkender Meditation und schriftlicher Kommunikation!
Ich war unsicher, Julia, ob der hochstilisierte Begriff der Meditation in Zusammenhang mit `einfachen` blogs gebracht werden (darf) kann. Und tatsächlich, eine Erweiterung durch entstehende Kommunikation mit realen Menschen aus Fleisch und Blut, trifft es gut:
„Bloggen ist die perfekte Symbiose aus denkender Meditation und schriftlicher Kommunikation!“
Einen schönen 4. Advent wünsche ich dir,
Menachem
danke Dir auch, Menachem!
Übrigens finde ich auch, dass der erste Punkt zutrifft! Einen Mangel an Kommunikation hat man doch sehr oft, der Mensch ist eben ein Kommunikationstier!
Mich wundert immer wieder der Ausdruck „reale Kommunikation“ – als wäre Kommunikation über Medien irgendwie irreal, unwirklich. Ebenso verwunderlich ist der Stellenwert, den viele – gerade Netizens – der sogenannt „realen“ Kommunikation einräumen. Als wäre es grundsätzlich besser, schöner, tiefer, ehrlicher, echter, wenn ich mit jemandem „von Angesicht“ spreche.
Dem ist nicht so, für mich nicht. Zum Beispiel finde ich es unglaublich öde, bei irgendwelchen Anlässen für Zusammenkünfte herum zu stehen und zu „smalltalken“. Da bin ich zehnmal lieber im Web unterwegs, lasse mich auf gehaltvolle und/oder berührende Artikel ein und schreibe was dazu. Oder führe ein schönes Mailgespräch über „Wesentliches“…
Meine Blogs sind für mich vor allem Selbstausdruck: das Leben hinterlässt Eindrücke, ich gehe dazu in Resonanz und drücke wiederum aus, was das für mich bedeutet. Wenn das dann Lesende berührt und zu Kommentaren veranlasst, schön! Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm, denn der eigentliche „Akt“ ist mit dem Klick auf „Publish“ abgeschlossen.
Im Web finde ich zudem leicht Gleichgesinnte für allerlei spezifische Interessen – nie und nimmer ist das „im realen Raum“ in gleichem Maße möglich. Insofern ist es eine wundervolle Erweiterung!
Hallo Claudia, vielleicht hast du als geübte Schreiberin es leichter, im geschriebenen Wort das auszudrücken, was du sagen willst. Ich meine z.B., wenn ich oft auf Geschäftsreisen ein „Guten morgen“ als SMS bekomme, ist das real, aber anders, als schauen mich dabei zwei strahlend lächelnde Augen mit an. Andererseits kann ich mit diesen zwei lächelnden Augen nicht darüber diskutieren, ob es einen Unterschied zwischen Eichmann und dem Logistikdirektor von Marlboro gibt, die beide den Tod auf Reisen schicken. Das betrachte ich auch als Erweiterung – in blogs als wertvolles Nebenprodukt der Kommunikationsformen unseres Jahrhunderts.
Trotzdem mache ich mir Gedanken darüber, ob es ein Ersatz für Kommunikation von Angesicht zu Angesicht ist. Die eine ist, wo driften wir hin? Es gibt bestimmt viele Lebenssituationen, in denen der Austausch von Angesicht zu Angesicht nicht leicht ist. Entziehe ich mich dieser Anforderung durch Nutzung von SMS, email, Netz? Hin und wieder muss ich das für mich bejahen, wenn ich diesen Weg des geringsten Widerstands nehme. Und auch die Frage der nichtsichtbaren Vereinsamung, als schleichender Prozeß, bei der durch virituelle Kommunikation die eigentliche Krankheit des gesellschatlichen Miteinanders verdrängt wird. Auch das ist, was ich hin und wieder bei mir wahrnehme. So ist meine Frage auch, können wir uns gesund mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten verändern oder werden wir kränker oder liegt das Wohl wie so oft in der Mitte?
Da ich ein sehr kommunikativer Mensch bin eher die zweite Auswahl!
- eine Ergänzung/Erweiterung der realen Kommunikation?
Liebe Grüße der Ecki