Ich komme immer mehr zu der Auffassung, dass meine wahre innerliche Einstellung ganz im Gegensatz zu diesem blog und seinem Inhalt steht. Wobei ich glaube, sollte das stimmen, bin ich, und damit würde ich mich aber auch ohne weiteres Nachdenken in die Reihe aller stellen, ein guter Schauspieler? O.K. – zutreffender muss es wohl heißen: Täuscher? Blinder? Verfälscher? Betrüger – `gegenüber wen?
Wenn diese These stimmt, ist der blog nur Aufbau des Selbstbildes, wie ich gerne sein möchte. Wenn nicht, ist der Beitrag zumindest die Zeit wert, geschrieben worden zu sein.
Schönheit – eine Sendung des DLF, gestern. Attraktiv möchte man sein, wozu viele Sälbchen, Öle und auch das OP-Messer einem verhelfen können. Attraktivität in seiner höchsten Stufe ist Prominenz – das höchste in einer Gesellschaft angestrebte Gut. Prominent zu sein über den Weg der Schönheit, wie ihn schon Nofretete ging, ist eine Möglichkeit, aber auch andere Wege führen dorthin, wie Macht, Geld, Kunst, Intellekt, Sport….
Ich glaube, dass dieser Wunsch in uns allen ist und das man sich von diesem Wunsch fast nur befreien kann, führt man ein Leben wie die hinduistischen Mönche in Meditation, durch Abkehr. In diesem Gedanken wäre Abkehr aber auch die Verleumdung des Mensch seins, wie der Mensch ist – wider seiner Urnatur.
Über den Weg nach oben zur Prominenz, als herausragend aus der Masse, möchte ich nicht schreiben, bzw. könnte es auch gar nicht, denn ich kann ihn mir nur theoretisch vorstellen – gegangen bin ich ihn nicht. Aber, ich hätte nicht NEIN gesagt, dort oben anzukommen, hätte ich über das dazu notwendige Rüstzeug verfügt.
Welches Rüstzeug fehlt mir?
Ich vermute, das es
- in vielem das ist,
- was andere haben,
- und weil es mir fehlt
- ich hierüber schreibe und
- es somit kritisch ins negative bewerten muss.
In dieser Auseinandersetzung richtet sich der Blick nach dem, wie der Mensch ist und was ihn treibt, und nicht, wie er nach meinem Ebenbild sein sollte – um Chancengleichheit auf meiner Ebene zu nivellieren.
Soviel zu den Gedanken, die eine Diskussion über zu trockene Haut und Faltencreme auslösen können.
Man ist ja auch das, was man gerne sein möchte, oder? Das Leben ist ein Spiel mit Identitäten, ein Ausprobieren von Rollen. Glücklich der, der irgendwann das Passende gefunden hat…
„Man ist ja auch das, was man gerne sein möchte, oder?“
Ja, das glaube ich unbedingt. Ich denke nur, das in dem Winden darin auch die Bemühung oder auch nur der fromme Wunsch steckt, dass man sich nicht so sehr weit von dem entfernt, was man auch tatsächlich ist.
Gefällt mir sehr gut, deine Ansicht, ein Spiel mit Identitäten -wie eine Einladung dazu, hat Leichtigkeit – mediteranes denken?
Das Spiel mit Identitäten hat, glaube ich zumindest, nichts typisch mediteranes, es ist unversell. Kinder tun es, Künstler bringen es zur Perfektion, Psychologen setzen es ein und sogar Managerseminare: es hilft nicht nur dabei, einen freieren Blick auf sich und seine Rolle im Leben zu bekommen, sondern auch, sich in andere besser hineinzudenken. Empathie ist ja auch ein Leitmotiv deines Blogs…