Gerne werden in psychologischen Untersuchungen immer wieder Bilder unterhalb der bewussten Wahrnehmungsgrenze eingeblendet. Erstaunlich dabei ist, wie sehr sie uns Richtung geben können. Liest man sich weiter hinein, und das muss nicht tief wissenschaftlich sein, bleibt am Ende nur ein müdes Lächeln für die Frage nach dem: freien Willen.
Von kulturell und lange gewachsenen Vorgaben, evolutionären Konstanten, ein auf Sparsamkeit getrimmten Energiehaushalt unseres Gehirns – mit Informationsflut und vereinfachender Selektion daraus, Tagesbefindlichkeiten, Vorlieben, Abneigungen, Ängsten, Erziehung, Erwartungen.. wird unser Handeln bestimmt. Und wir meinen, wir entscheiden in einem freien Willen.
Und von den Spezialisten hört man immer öfters, dass, je tiefer sie sich in die einzelnen Disziplinen eingraben, die Komplexität derart anwächst, dass das eigentlich zu erreichende Ziel in immer weitere Ferne rückt.
Und so trage ich auch schon seit geraumer Zeit das Gefühl in mir, dass Fragen stellen in die Unendlichkeit des Fragens führt. Faust hat darüber schon lamentiert, doch sein Weg war auch kein gelungener aus der Misere und soll auch nicht meiner werden. So bleibt eine Frage:
Was, wenn nicht fragen?
Bild: Daniel
Unser Umgang mit der Fülle ist für mich ein wichtiger Mosaikstein im wackelnden Boden. Ist die Fülle die Voraussetzung oder die Beschränkung der Freheit?
Ich habe da kürzlich einen spannenden Artikel dazu von Matthias Morgenroth im Publik-Forum gelesen und eine kommentierte Zusammenfassung geschrieben (>>http://maerchenquelle.ch/wm-klog/wordpress/zuvielisationskrankheit/2009/1126/).
ZU deiner Frage „Was, wenn nicht fragen?“ würde ich antworten:
„Nur zu, fragen!“
Aber bedenke: „Muss ich denn alle Fragen stellen? Bin ich erst am Ziel, wenn ich alle Antworten bekommen habe?“
Hallo Urs, ich glaube zu verstehen, was du meinst, auch in deinem Beitrag.
Intuitiv würde ich sagen, ist die Fülle die Beschränkung der Freiheit.
Freiheit braucht, nach meiner Vorstellung, einen inneren Standpunkt. In der Fülle der Informationen lassen sich zu jedem Argument aber auch wirklich gute Gegenargumente finden, sodass es immer ein her und hin ist, ein wackelnder Boden.
Als erstes denke ich auch, dass weniger fragen mehr ist. Aber, ich kann es garnicht greifen, was mir da wirklich vorschwebt, ich denke einfach an „etwas glauben“ (z.B. die Ordnung im Universum) oder „vertrauen“ auf Menschlichkeit und Gerechtigkeit, oder „hoffen“ auf das einpendeln des natürlichen Gleichgewichtes, oder, oder..
Das ins endlos mögliche Fragen mit einen Wertestandort zu ersetzen, oder zumindest beiseite stellen um dann nochmal in evtl. gemässigtem Tempo von vorne anzufangen.
Sorry, ist noch alles unausgewogen und ich kann es nicht besser niederschreiben.
Herzlichen Dank für deinen Besuch und deine Anregung (auch zur Freiheit).
Eine Alternative zum Fragen könnte sein: Ausprobieren