Die ersten Grenzen werden mir in Sizilien schnell aufgezeigt, besonders dort, wo hochdigitalisierte Fototechnik nicht annähernd die Realität aufbewahren kann. Doch hin und wieder sind sie in der Lage, eine Zeitreise zu unternehmen.
Palermo werden wir morgen nach 4 Tagen verlassen, und in dem ca. 200 km entfernten Catania unser neues Quartier aufzuschlagen. Hier scheinen fast alle Urlauber auf einer einzigen großen Landes-Durchreise zu sein. Die Hektik des Arbeitsalltags scheint sich nur in anderer Form fortzusetzen. Wohnmobile! Fast habe ich den Eindruck, das alle in Europa jemals verkauften Wohnmobile nur zu einem einzigen Zweck gebaut wurden – um nach und um Sizilien zu fahren (natürlich erst, nachdem Elba, Korsika und Sardinienaufkleber die Reisetauglich nachweisen). In einer unglaublichen Routiniertheit werden diese Gefährte rangiert und aufgebaut, um tagsüber einsam und verlassen die abendliche Rückkehr der Alles-Sehend-Müssenden zu erwarten.
Aus dieser Zynik kann ich mich selbst nicht ausschließen. Es erfordert heute mehr Kreativität, die Seile aus dem „immer Erreichbar sein“ zu kappen, als es früher bedurfte, eine Verbindung zum heimatlichen und betrieblichen Geschehen herzustellen.
Zurzeit stehe ich immer noch ganz am Anfang dieser Herausforderung.

[...] ich die Erinnerung und spüre gerade dann,wenn ich neidisch bei meinem Zeiträuber Menachem lese, wie mich schon wieder das Fernweh packt. Nach der Reise ist vor der Reise, ein tröstlicher [...]
“Lass dich nicht ärgern und genieße die Show!”