Feeds:
Beiträge
Kommentare

…..an unseren Humor zu erinnern. 10:15 köstlichster Minuten.

 

 

der Künstler Ai Weiwei begründet erstmals, warum er Deutschland den Rücken kehren will. Im Interview erklärt er, was das mit einem stinkenden Berliner Taxi und der deutschen Kriecherei vor China zu tun hat.

 

WELT: Sie leben nun vier Jahre im Exil in Berlin, waren Gastprofessor an der Universität der Künste, betreiben ein riesiges Studio in Katakomben unter dem Prenzlauer Berg – haben aber angekündigt, Deutschland verlassen zu wollen. Warum?

Ai Weiwei: Deutschland ist keine offene Gesellschaft. Es ist eine Gesellschaft, die offen sein möchte, aber vor allem sich selbst beschützt. Die deutsche Kultur ist so stark, sodass sie nicht wirklich andere Ideen und Argumente akzeptiert. Es gibt kaum Raum für offene Debatten, kaum Respekt für abweichende Stimmen.

WELT: Ein Beispiel?

Ai Weiwei: Dreimal ist es mir passiert, dass ich in ein Taxi stieg und der Fahrer, als er mich sah, einfach nur gesagt hat: „Raus!“. Einmal roch es im Taxi stark nach Parfüm, und weil ich sehr empfindlich auf Gerüche reagiere, habe ich das Fenster etwas geöffnet. Der Fahrer forderte mich auf, es wieder zu schließen, ich machte ihn auf den Geruch aufmerksam, aber es endete mit: „Raus!“ Normalerweise gehe ich einem Streit nicht aus dem Weg, aber mein vierjähriger Sohn war dabei, deshalb sind wir einfach ausgestiegen. Ich habe den Vorfall der Polizei gemeldet.

 WELT: Haben Sie eine Antwort bekommen?

Ai Weiwei: Ja, heute, einen Brief von einer Antidiskriminierungsstelle. Sie habe nachgeforscht und könne keine Diskriminierung feststellen. Das Taxiunternehmen habe den Vorgang mit „kulturellen Unterschieden“ begründet. Das klingt mir ungefähr so, als wenn die chinesische Regierung ihre Verstöße gegen die Menschenrechte mit „kulturellen Unterschieden“ zum Westen begründet. Meine Familie und ich haben sehr gern hier gelebt, aber ich verlasse trotzdem Berlin. Dieses Land braucht mich nicht, weil es so selbstzentriert ist……………..*

 

*Aus der Welt-Online, Kultur, 08.08.2019, hier das ganze Interview, möglicherweise nur durch ein ABO-Login lesbar: https://www.welt.de/kultur/kino/plus198185345/Ai-Weiwei-Warum-ich-Berlin-und-Deutschland-verlasse-Eine-Abrechnung.html

Gewagte Thesen?

1.       Ich frage mich, stände ich noch im Berufsleben und müsste morgens um 6 Uhr aufstehen und abends um 22 Uhr noch die letzten Angebote per mail rausschicken: Würde ich mich dann auch so intensiv, wie jetzt als Rentner, mit dem Auseinanderdriften der Gesellschaft beschäftigen (können)?

 2.       Wieviel Prozent der AfD-Wähler und Sympathisanten bestreiten ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft und sind nicht Leistungs-Empfänger der Solidargemeinschaft? Mit der Antwort darauf könnte ich evtl. ein von mir gepflegtes Vorurteil ablegen, nämlich, dass man von 24 Stunden am Tag nicht 16 Stunden lang Deutschlandfähnchen-Nachrichten auf dem Computer anschauen kann, wenn man arbeiten geht. Zur Erinnerung: das Deutschlandfähnchen machte Höcke in der Jauch-Sendung im Oktober 2015 zum Gruppenzugehörigkeitsmerkmal der Nationalen.

 3.       Die AfD benutzt die alte Strategie der NS-Propaganda, die schon seinerzeit auf einem sehr hohen Niveau der unterschwelligen Beeinflussung konzipiert war. Die AfD verfeinert, verbessert dieses Konzept ständig und passt es an die enorme Wirkungskraft der neuen Medien ständig weiter an. Ganz beliebtes Muster: Tatsachen werden zweckdienlichen Behauptungen zugeordnet. Klassische Vorläufer dazu ist der Reichtagsbrand 1933. Einer der aktuellen neuen Verkünder in dieser Strategie ist „Carsten Jahn“. Einer, von ach so vielen auf You-Tube, der mit den Nationalfarben im Vorspann seine Anhänger einstimmt.

 4.       Wie dem begegnen? Noch gehe ich da sehr dilettantisch vor. Als erstes habe ich begonnen, zuzuhören, also wirklich und richtig „zuzuhören“. Dabei spüre ich, wie ich in der Konzentration auf den Gegenüber selbst aus meinem Emotionen heraustreten kann und den Boden eines sachlichen Gespräches betrete. Ich bin erstaunt, wie gut und das es funktionieren kann.

Als zweites habe ich die stilistischen Mittel des Carsten Jahn angewandt. Ich habe einfach mal behauptet, der wird von den Russen bezahlt und das an zwei Beispielen zu erklären versucht. Wie erwartet, wurde ich ausgelacht. Und doch! Ich habe es gespürt: den Stachel, den ich dabei gesetzt habe, sitzt. Tief!

Ja. Ich habe es getan.

Alle Beiträge, die heute durch irgendwelches „Teilen“ auf Facebook bei mir erschienen sind – und die mich mit einem Deutschlandfähnchen lockten -, habe ich kommentiert. Der bullshit in diesen Postings ist nicht weniger haarsträubend als in den Beiträgen, die lediglich mit in den Nationalfarben angeordneten Balken eine „Seriosität“ vorzugaukeln versuchen.

Eine Frau schrieb: „Ich habe schon vor langer Zeit gesagt, dass wir eines Tages Schutz vor den Schutzsuchenden brauchen werden!“

Ich habe ihr geantwortet, dass ich das irgendwie nicht verstehe. Wieso müssen wir uns vor den 143 toten Frauen schützen. Die sind tod. Deren Schutzsuche kam zu spät, als 2017 ihr Leben in häuslicher Gewalt erschlagen wurde. Und die anderen 133.000 Frauen, die im gleichen Jahr Schutz vor häuslicher Gewalt suchten? Warum müssen wir uns vor diesen schützen? Welche Gefahr geht von ihnen aus?

Angesichts dieser Zahlen fordere ich ( in Fortschreibung der Deutschlandfähnchenforderungen und in Anbetracht der Tat im Frankfurter Hbf), dass ab sofort:

– in allen bundesdeutschen Familien eine Rund-Um-Video-Überwachung eingeführt wird und die Polizeipräsenz deutlich in den Haushalten erhöht wird.

– darüber hinaus fordere ich das gleiche für alle religiösen, sportlichen und musischen Einrichtungen, in denen schutzbefohlene Kinder missbraucht werden, deren arme Kinderseelen ein Leben lang unter dieser Last großes Leid tragen müssen, …….

 

P.S.: Ich habe nicht weiter recherchiert, wie hoch bei diesen Schandtaten der Migrantenanteil ist. 

Und jetzt?

Die Stimmung unter den Anhängern der verschiedenen politischen Strömungen in meinem engsten Umfeld empfinde ich derzeit als sehr aufgeheizt, belastend, vergiftet und mittlerweile nahezu unfähig zum Dialog. Ich muss gestehen, manchmal fehlt auch mir mittlerweile schon die Bereitschaft und Fähigkeit hierzu.

Ich bin anwesend, als eine Frau zu der kleineren Gruppe sagt: Ja, selbstverständlich gehe ich wählen. Und ich, wie alle meine sehr intelligenten Kinder wählen die. Die AfD

Mit einem kräftigen „Jaaa“ explodiert die Gruppe. UNISONO, begleitet von der Becker-Siegesfaust.

Ich erstarre äußerlich zur Salzsäule, während ich innerlich zu einem Häufchen Elend zusammenfalle.

Noch 2 Tage zuvor hatte ich über die Strategie der AfD nachgedacht und dabei Altbekanntes zu erkennen gemeint. „Danke“ für die Flüchtlingskrise, schoss es dabei durch meinen Kopf. Diesmal sind es nicht die Juden, die in der 1. Reihe der Sündenböcke stehen. Wie lange noch?

30 %. Die Parole hat Höcke ausgegeben. Nur wenig mehr, hatte die NSDAP in der entscheidenden Novemberwahl 1932.

Noch bis vor kurzem hatte ich Bewunderung und Respekt für das Wählerverhalten in den neuen Bundesländern. Vielmehr Menschen hatten hier in Wahlen den Mut, ihrem Protest Ausdruck zu verleihen und Neuausrichtungen anzumahnen. Schneller, als die in Parteientradition verhaftenden Wähler der Alt-Bundesländern.

Mittlerweile glaube ich aber, dass das nur eine Hoffnungs-Illusion war. Ich tendiere mehr und mehr zu der Annahme, dass AfD-Wähler KEINE Protestwähler sind. Sondern AfD-Wähler. Warum nur?

An der Tanke

Ich fahre ins Hotel. Meinen Freund abholen, der mich hier in Leipzig erstmals besucht. Bernd. Mit dem ich vor gut 40 Jahren in der Pfalz und im Saarland Musik gemacht habe. Bevor wir aber gegen Mittag musikalisch loslegen wollen, steht noch eine kleine Stadtrundfahrt an. Also, ab zur Tanke. Sprit nachfüllen. Hinzu kommen noch Zigaretten und eine kleine Flasche Rum. Der Rum als kleines Erinnerungspräsent, mit dem wir uns seinerzeit in Form von Cuba Libre stets (mühsamst :)) )  auf dem alkoholischen Level unserer tanzenden Gäste hielten.

Rein in die Tanke und an die Kasse, um meine 11,46 Eur zu bezahlen. Doch dann kommen noch schlappe 18,54 Eur hinzu. Staatliche Abgaben. Und schwups.., sind 30,00 Eur von meiner Karte abgebucht.

Oh, denke ich, 18,54 Eur Abgaben auf 11,46 Nettowarenwert! Hey…, Bescheidenheit sieht anders aus. Insgesamt-, ein doch überaus honorer Obolus, bei dessen Entrichtung es auch schon mal erlaubt sein darf, Ansprüche zu stellen.

Netto Steuern/Abg. Gesamt
Tanken: 3,70 € 6,30 € 10,00 €
Zigaretten 3,00 € 7,00 € 10,00 €
kl.Flasche Rum 4,76 € 5,24 € 10,00 €
Summe: 11,46 € 18,54 € 30,00 €

 

Und ankommend im Hotel, und noch in diesen Gedanken sinnierend, kam die Frage von Bernd zu einem ganz falschen Zeitpunkt: „Sache mol, seit won heben ihr denn in Leipzsch ne` Kurdax?“

Und davon,- dann mehr, im nächsten Beitrag.

Gemeinsam-leben

Wiederholt sich die Geschichte der DDR im System der „BRD“?

Vorneweg. Ich glaube nicht, dass sich Geschichte wiederholt, aber die Resultate aus Fehlentwicklungen,- die können die gleichen sein.

Ob „Boeing 737 Max“ oder „Concorde“. Das traurige Ergebnis ist das gleiche, auch wenn unterschiedliche Ursachen zur Katastrophe führten. Zerschellte Flugzeuge mit vielen toten Menschen, die ihr eigenes Leben vertrauensvoll in die Hände anderer legten.

Eine unglückliche Verkettung von Einzelereignissen, die auf „eine“ Schwachstelle trafen. Diese war BEKANNT. Dennoch wurde sie von den Verantwortlichen in Kauf genommen.

Nur GEMEINSAM werden wir (über)LEBEN können, im fortwährendem Spannungsausgleich zwischen Jung und Alt, arm oder reich, Ost oder West, Mann oder Frau, ………… und von:

Volk und Staat, dessen hiesige Entwicklung, Verständnis und Verhältnis in eine immer besorgniserregendere Schieflage gerät.

Ich möchte hier nicht besser wissen, verletzten oder hetzen, sondern nur meiner Sorge ein Ventil geben, aus einfacher Sicht. Versuchen, zu beleuchten. Auch, wenn das immer nur subjektiv sein kann.